Häufige Fragen

Ablauf allgemein
Bitte gehen Sie nach JEDEM Arztkontakt nochmal an der Anmeldung vorbei. Hier erfolgt die Ausstellung von Rezepten und Überweisungen, Terminvergabe, etc. Auch, wenn E-Rezepte auf die Versichertenkarte hochgeladen werden sollen, muss dies am Empfang erfolgen!
Was zählt als erster Tag der Periode (D1)?
Dies ist der erste Tag, an dem Sie morgens mit einer frischen, hellroten Menstruationsblutung aufwachen. Wenn die Blutung tagsüber beginnt, ist der nächste Tag der erste Blutungstag.
Während der Stimulationsbehandlung
Uhrzeit der Spritzen:
Wir empfehlen, abends immer ungefähr um die gleiche Uhrzeit in die Bauchdecke zu spritzen.
Wenn Sie in der zweiten Hälfte der Stimulation zusätzlich ein Medikament spritzen, das den vorzeitigen Eisprung hemmt, können Sie beide Spritzen zeitgleich applizieren.
Interaktion der Stimulation mit anderen Medikamenten:
Die meisten Medikamente können Sie während der Stimulationsbehandlung weiternehmen. Vorsicht geboten ist bei Gerinnungshemmern / Antikoagulation.
Grundsätzlich wird beim Erstgespräch mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen, ob Anpassungen Ihrer Medikation vorgenommen werden müssen.
Schmierblutung unter Stimulation:
Manchmal gibt es insbesondere zu Beginn der Stimulation eine Schmierblutung – das ist kein Grund zur Sorge. Bei den Kontrollen wird die Schleimhautdicke mittels Ultraschall kontrolliert.
Reichen die Medikamente bis zum Ende der Stimulationsbehandlung?
Oft müssen Sie im Verlauf der Behandlung Medikamente nachkaufen. Sie bekommen immer so viel verschrieben, dass die Medikamente bis zum nächsten Ultraschalltermin reichen. Bitte gehen Sie daher nach jedem Kontrolltermin am Empfang vorbei, um ggf. neue Rezepte zu erhalten. Bitte rechnen Sie auch selbst mit, ob die vorhandene Rest-Dosis bis zum nächsten Termin ausreichend ist.
Rund um die Eizellentnahme
Vor der Punktion zu beachten
Die Uhrzeit, die Ihnen mitgeteilt wird, ist die Zeit, zu der Sie sich in der Praxis einfinden sollen.
Am Tag der Eizellentnahme kommen Sie bitte nüchtern, da Sie eine kurze Narkose erhalten. Sie dürfen ab mitternachts nichts mehr essen, aber bis 2 Stunden vor Ihrem Termin noch klare Flüssigkeiten trinken. Nach der Punktion erhalten Sie bei uns einen kleinen Snack.
Für den Tag der Eizell-Entnahme erhalten Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung/eAU. Wenn Sie nicht wollen, dass diese von uns als Kinderwunschzentrum ausgestellt wird, können Sie Ihren Hausarzt um eine Krankmeldung bitten.
Spermaabgabe
Wenn Ihre Anfahrtszeit <60min beträgt, können Sie das Sperma zuhause gewinnen und in einem sterilen, körperwarm transportierten Becher in die Praxis mitbringen. Becher für die Spermaprobe erhalten Sie am Empfang.
Die Spermaabgabe erfolgt zwischen 8 und 10 Uhr – unabhängig von Ihrer Punktionszeit.
Nach der Punktion zu beachten
Blutung nach der Punktion
In den ersten ca. 2 Tagen nach Punktion ist eine geringe vaginale Blutung normal.
Falls alle Zellen eingefroren werden, müssen Sie keine weiteren Medikamente nehmen. Je nach Auslösemedikament kommt die Menstruation dann nach der Punktion entsprechend früher: bei Triptofem/Decapeptyl schon nach ca. 5-7 Tagen, nach Ovitrelle / Brevactid nach ca. 12-14 Tagen.
Schmerzen nach der Punktion
Leichte Unterbauchschmerzen oder ein Druckgefühl können nach der Punktion auftreten. Die Eierstöcke sind meist noch vergrößert und durch die Entnahme entsteht ein Wundschmerz. In der Regel sind die Schmerzen mit Ibuprofen/Paracetamol/Buscopan plus gut auszuhalten. Aufgrund des Blutungsrisikos dürfen Sie bitte kein Aspirin einnehmen.
Bei deutlich zunehmenden Schmerzen oder Kreislauf- oder Atemproblemen melden Sie sich bitte in der Praxis. Sie erhalten bei Entlassung eine Notfall-Nummer. In seltenen Fällen kann die Vorstellung in der nächstgelegenen Frauenklinik zum Ausschluss einer Nachblutung erforderlich werden.
Wenn viele Eizellen entnommen wurden, besteht unter gewissen Umständen ein Risiko für ein Überstimulationssyndrom. Darüber wird bei Entlassung nach der Punktion mit Ihnen gesprochen. Ggf. müssen alle befruchteten Zellen eingefroren werden, um die nächste Blutung abzuwarten. Zudem sollten Sie viel trinken, sich eiweißreich ernähren und auf regelmäßige Bewegung zur Thromboseprophylaxe achten.
Schwimmen/Baden/Geschlechtsverkehr: sobald keine vaginale Blutung mehr besteht bzw. nach ca. 3 Tagen wieder möglich
Sport: nach der Punktion sind die Eierstöcke in der Regel noch vergrößert, deswegen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Torsion (Verdrehen der Eierstöcke). Daher sollten ruckartige Drehbewegungen (zum Beispiel bei Ballsportarten oder beim Tanzen) in der ersten Woche nach der Eizellentnahme vermieden werden. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Fahrradfahren ist zu jedem Zeitpunkt möglich.
Zyklus nach der Punktion: der erste Zyklus nach der Punktion kann deutlich länger als Ihr normaler Zyklus sein.
Rund um den Embryotransfer
Wie viele Embryonen sollte man pro Transfer zurückgeben?
Die Schwangerschaftschance pro Embryotransfer ist vom Alter der Frau und der Qualität des zurückgegebenen Embryos (Blastozyste) abhängig. Wenn man statt einer Blastozyste zwei transferiert, verdoppelt sich die Schwangerschaftschance nicht, sondern erhöht sich je nach Alter der Frau um ca. 5 -10 %. Dafür entstehen häufiger Zwillinge. Hierbei handelt es sich immer um Risikoschwangerschaften; insbesondere das Risiko für Frühgeburtlichkeit ist deutlich erhöht.
Deswegen raten wir zum Transfer von nur einer Blastozyste. Überzählige Zellen können eingefroren (kryokonserviert) werden und stehen damit für weitere Versuche zur Verfügung.
Vor dem Transfer zu beachten
Der Embryotransfer findet nachmittags in unseren OP-Räumen statt. Der Transfer selbst läuft wie eine gynäkologische Untersuchung ab und beinhaltet einen Ultraschall und eine Einstellung des äußeren Muttermundes. Dies ist in der Regel schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Sie müssen demnach nicht nüchtern sein und können an dem Tag normal arbeiten. Sie brauchen auch keine Begleitperson.
Die Uhrzeit, die Ihnen mitgeteilt wird, ist die Zeit, zu der Sie sich in der Praxis einfinden sollen.
Wenn Sie Medikamente vaginal nehmen und der reguläre Zeitpunkt der Einnahme mit dem Transfer zusammenfällt: nehmen Sie die Medikamente erst nach dem Transfer ein. Die Dosis sollte nicht ausfallen!
Idealerweise gehen Sie vor dem Transfer nicht auf die Toilette.
Nach dem Transfer zu beachten
Sie dürfen unmittelbar nach dem Transfer auf die Toilette gehen.
Am Tag des Transfers selbst empfehlen wir keinen exzessiven Sport. Ab dem Folgetag können Sie wieder Sport machen. Normale Alltagsaktivitäten, Baden/Schwimmen und Geschlechtsverkehr sind jederzeit möglich.
In der Früh-Schwangerschaft
Worauf muss ich achten, wenn der Schwangerschaftstest positiv ist?
Das ist natürlich aufregend und wir freuen uns mit Ihnen. Bitte vereinbaren Sie einen Termin in der Praxis für einen ersten Ultraschall (oder eine Blutabnahme, falls noch nicht erfolgt). Die aktuell eingenommenen Medikamente nehmen Sie bitte vorerst unverändert weiter.
Grundsätzlich dürfen Sie alle Alltagsaktivitäten fortführen und normal weiter arbeiten. Auf Alkohol und Nikotin müssen Sie verzichten.
Darf ich in der Früh-Schwangerschaft fliegen?
Flüge in der Früh-Schwangerschaft sind möglich, sofern es keine individuellen Kontraindikationen gibt. Wir empfehlen, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten und ggf. Kompressionsstrümpfe zu tragen.
Was tun bei einer Blutung in der Früh-Schwangerschaft?
Schmierblutungen in der Früh-Schwangerschaft sind häufig und bedeuten nicht, dass die Schwangerschaft irreversibel gestört ist. Bitte melden Sie sich in der Praxis, wenn Sie zudem Schmerzen haben oder die Blutung stärker wird. Vorsicht ist zudem geboten, wenn noch kein Ultraschall erfolgt ist und eine Eileiter-Schwangerschaft nicht auszuschließen ist.
Wann soll ich mich bei meinem Frauenarzt melden?
Wir betreuen Sie, bis wir einen Embryo mit positiver Herzaktion in der Gebärmutterhöhle sehen. Das ist üblicherweise in der 7.Schwangerschaftswoche der Fall. Ab dann wird Ihr Frauenarzt die weitere Betreuung übernehmen und den Mutterpass anlegen.
Formales
Werde ich bei jedem Termin vom selben Arzt betreut?
Der Arzt, bei dem Sie Ihr Erstgespräch haben, ist in der Regel Ihr Haupt-Behandler. Wann immer möglich, werden Sie Kontrolltermine bei diesem Arzt haben. In unserem großen Team sind Sie aber jederzeit gut betreut, auch wenn ‚Ihr‘ Arzt mal abwesend sein sollte. Behandler-Wechsel zu einem anderen Arzt sind natürlich möglich – sprechen Sie uns gerne an.
Wie oft muss ein neuer Überweisungsschein vorgelegt werden?
Wir benötigen jedes Quartal, in dem Sie bei uns über die gesetzliche Krankenversicherung behandelt werden, einen aktuellen Überweisungsschein von Ihnen (vom Frauenarzt) und Ihrem Mann (vom Hausarzt/Urologen).
Wann bezahlt die Krankenkasse?
Das ist nicht pauschal zu beantwortet und wird Ihnen jeweils im individuellen Beratungsgespräch erläutert. Grundsätzlich gilt:
Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt bei verheirateten Paaren die Hälfte von 3 Versuchen einer künstlichen Befruchtung, wenn ein sogenannter Behandlungsplan erstellt wurde. Hierbei sind folgende Altersgrenzen zu beachten: Frau > 25 und < 40 Jahre, Mann > 25 und < 50 Jahre.
Die private Krankenversicherung zahlt nach dem sogenannten ‚Verursacherprinzip‘. Hier wird in der Regel ein eindeutiger Nachweis verlangt, dass die Ursache des unerfüllten Kinderwunsches bei dem jeweiligen Versicherungsnehmer liegt (z.B. deutlich eingeschränktes Spermiogramm beim Mann).
Was kostet die Behandlung?
Das ist nicht pauschal zu beantworten. Sie bekommen im Erstgespräch je nach geplanter Behandlung eine genaue Kostenübersicht über die zu erwartenden Kosten mit. Den genauen Betrag kann man im Vorfeld nicht absehen, weil zum Beispiel unklar ist, wie viele Medikamente genau benötigt werden und wie viele Zellen gewonnen werden können. Unsere Abrechnungsabteilung kann Ihnen dezidierte Fragen im Einzelfall beantworten. Die Kontaktdaten bekommen Sie an der Anmeldung.
Ist eine Ratenzahlung möglich?
Nein. Es gibt aber die Möglichkeit zu einer Vorauskasse, d.h. das ein Teil der entstehenden Kosten bereits vor Behandlungsbeginn beglichen werden kann. In manchen Fällen verlangen wir dies auch.
Wann sind die Kosten zu bezahlen?
Nach einem abgeschlossenen Behandlungszyklus erhalten Sie von uns eine Rechnung zur sofortigen Bezahlung.
Allgemeine Kinderwunsch-Fragen
Wie oft sollte man Geschlechtsverkehr haben, wenn man schwanger werden möchte?
Wenn Sie ca. 2-3 Mal/Woche Geschlechtsverkehr haben, werden Sie die Eisprünge normalerweise ‚erwischen‘ und haben damit eine realistische Schwangerschaftschance. Falls Sie Ovulationsstests verwenden, sollten Sie bei erstmalig positivem Test ein Mal Geschlechtsverkehr haben.
Kann man die Eizell-Qualität verbessern?
Die Eizell-Qualität im Sinne von genetischer Gesundheit der Eizelle ist in erster Linie vom Alter der Frau abhängig und nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab. Daran kann man nichts verändern. Ein gesunder Lebensstil und ein normales Gewicht sowie Nicht-Rauchen wirken sich allgemein positiv aus. Zudem können Faktoren wie eine Endometriose eine Rolle spielen, die teilweise durch eine operative Sanierung zumindest zeitweise verbessert werden können.
Kann man das Spermiogramm verbessern?
Die Qualität von Spermiogrammen kann sehr stark schwanken. Spermiogramm-Parameter können durch Rauchen, einen Infekt oder exzessiven Sauna-Besuch verschlechtert werden. Ein gesunder Lebensstil und ein normales Gewicht sowie Nicht-Rauchen wirken sich allgemein positiv aus. Zeigt sich wiederholt ein deutlich eingeschränktes Spermiogramm sind eine urologische Untersuchung und ggf. weitere Diagnostik zu empfehlen.
Welche Rolle spielt Übergewicht für den Kinderwunsch?
Frauen mit deutlichem Übergewicht (Adipositas) werden schlechter schwanger und haben höhere Fehlgeburtsraten. Zudem sind fast alle Schwangerschaftsrisiken erhöht und die kindliche Entwicklung ist schlechter überwachbar. Wenn eine künstliche Befruchtung erforderlich ist, ist zudem der Medikamentenverbrauch höher, was höhere Kosten bedeutet, und die Risiken für die Eizellentnahme sind deutlich erhöht. Ggf. empfehlen wir deswegen eine Gewichtsreduktion vor Beginn der Kinderwunsch-Behandlung. Alles Weitere besprechen wir gerne in einem individuellen Gespräch.
Auch Untergewicht kann einen negativen Einfluss haben und eine Gewichtsnormalisierung vor Behandlungsbeginn ist empfohlen.
Welche Rolle spielt das Alter der Frau?
Die genetische Gesundheit der Eizellen nimmt mit steigendem Lebensalter der Frau ab. Damit werden Schwangerschaften seltener und Fehlgeburten häufiger. Ab ca. 38 Jahren ist statistisch jedes halbe Jahr für die Schwangerschaftschance relevant. Bei Frauen, die älter als 43 Jahre sind, liegt die Chance auf die Geburt eines gesunden Kindes auch mit maximaler Therapie im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das Alter des Mannes ist weniger relevant.