Eine obstruktive Azoospermie kann genetisch bedingt sein und auf eine Fehlanlage der Samenleiter zurückgeführt werden. Männer, bei denen die Samenleiter fehlen, haben zu 60 bis 70 Prozent eine Mutation für Cystische Fibrose (sogenannte Mukoviszidose) im CFTR-Gen. Mukoviszidose ist eine erbliche Erkrankung, die mit Lungen- und Bauchspeicheldrüsenveränderungen verbunden ist.
Mit Hilfe einer molekulargenetischen Analyse lassen sich Mutationen im CFTR-Gen aufspüren. Wird bei einem gesunden Mann mit einer A- bzw. Oligozoospermie eine Mutation nachgewiesen, so besteht für seine mit künstlicher Befruchtung gezeugten Kinder ein erhöhtes Risiko an Cystischer Fibrose zu erkranken.
Molekulargenetische Untersuchungen des CFTR-Gens erfolgen daher bei uns in Verbindung mit einem humangenetischen Beratungsgespräch, in dem die individuellen Risiken für spätere Kinder besprochen und abgewogen, sowie weitere genetische Untersuchungen der Mutter in Erwägung gezogen werden.