Die häufigsten unbalancierten numerischen Chromosomenveränderungen sind:
47,XXY-Karyotyp (Klinefelter-Syndrom)
Jungen, die ein zusätzliches X-Chromosom in ihren Zellkernen tragen, fallen in der Regel nach der Geburt nicht auf und haben ein normales Erwachsenenleben. Aufgrund einer Hodenatrophie sind sie nicht zeugungsfähig. In einigen wenigen Fällen können Männer mit dem Karyotyp 47,XXY mit Hilfe reproduktionsmedizinischer Methoden Kinder bekommen.
45,X-Karyotyp (Turner-Syndrom)
Frauen mit einem Karyotyp 45,X sind klein und haben einige äußerliche Besonderheiten. Manchmal treten Organfehlbildungen auf, wie Herzfehler oder Schilddrüsenunterfunktion. Ihre Eierstöcke (Ovarien) bilden sich schon in der Kindheit zu bindegewebigen Strängen um. Diese Frauen sind unfruchtbar.
Bei manchen Frauen tragen nur einige Zellkerne einen Chromosomensatz mit einem fehlenden X-Chromosom. Die restlichen Zellkerne sind chromosomal unauffällig. Bei diesen Frauen ist die Fertilität mehr oder weniger eingeschränkt.
Frauen mit diesem Chromosomensatz sind gesund und fruchtbar, können aber ihren Kindern ein überzähliges X-Chromosom vererben. Söhne tragen dann den Karyotyp 47,XXY (siehe oben) und Töchter denselben Chromosomensatz wie ihre Mütter.